Unternehmertag 2009
© Bilder: Eckhard Knauff
Presseinformation 05.10.2009
Kfz-Branche hofft auf ein Soft-Landing
Schwalm-Eder. Unterschiedliche Sichtweisen über die Entwicklung in der Automobilwirtschaft konnten 150 Unternehmer sowie Gäste aus Politik, Verbänden und Institutionen auf dem Unternehmertag Schwalm-Eder in der Homberger Stadthalle hören. Hessens Minister für Wirtschafts-, Verkehr und Landesentwicklung, Dieter Posch und der Präsident des Landesverbandes Hessen des Kfz-Gewerbes, Jürgen Karpinski referierten zu dem Thema: „Die Zukunft der Automobilwirtschaft – Krise als Chance?“ In der anschließenden Podiumsdiskussion kamen zudem der Werkleiter von VW in Baunatal, Prof. Dr. Hans-Helmut Becker und der Vorstandsvorsitzende der Konvekta AG, Constantin Schmitt, als lokaler Zulieferer, zu Wort. Am Ende der dreistündigen Veranstaltung war man sich darüber einig, die Kfz-Branche hofft auf ein Soft-Landing, einen fließenden Übergang ohne größere Blessuren.
Umweltprämie
Nach der Begrüßung und Eröffnung durch Kreishandwerksmeister Frank Dittmar und Landrat Frank-Martin Neupärtl analysierte Präsident Jürgen Karpinski nüchtern die Situation im Kfz-Gewerbe aus Sicht der Autohäuser in Hessen. Auch ohne Wirtschaftskrise kennzeichnen stagnierende Märkte, starker Wettbewerb und Preisdruck, Überkapazitäten und schwache Renditen die Lage vieler Autohäuser. Die Wirtschaftskrise hat diese Entwicklung noch deutlich verstärkt. Die Umweltprämie kam daher für die Branche in einem schwierigen Moment zur richtigen Zeit, unterstrich Karpinski. Mit Blick auf das Ende der Umweltprämie stehe den Händlern und Werkstätten 2010 ein schwieriges Jahr bevor. „Wir hoffen auf ein Soft-Landing“, umschrieb Karpinski seine Sicht und hofft, dass ein starkes Absinken der Verkaufszahlen nicht stattfindet. Dennoch werden die Probleme nicht gelöst, sondern nur weniger stark auftreten. Die Autohäuser müssten sich frühzeitig darauf einstellen. Die Schnelligkeit der Marktveränderungen zwinge zum Handeln. Zwischen vier Szenarien werden sich die Unternehmen entscheiden müssen: dem Wachstum, der Schrumpfung, der Kooperation oder der Auflösung. Unterstützung erhoffen sich die Händler von einer besseren Kooperation mit den Herstellern. Hier müsse es neue Formen der Zusammenarbeit geben, sonst werde es für beide Seiten schwierig, sagte Karpinski.
Staat kein Unternehmer
Der Staat sei sicher nicht der bessere Unternehmer, sagte der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch. „Die Notwendigkeit staatlicher Eingriffe in der gegenwärtigen Situation vor dem Hintergrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise ist deshalb eine Ausnahme: Die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg hinterlässt ihre Spuren auch in Hessen und ist keine gewöhnliche Konjunkturschwankung mehr, sondern eine absolute Ausnahmesituation. Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen", sagte Posch und beantwortet damit auch die Frage nach dem Engagement des Landes im Fall Opel. Die Hessische Landesregierung habe mit dem 1,7 Milliarden Euro-Sonderinvestitionsprogramm einen im Vergleich der Bundesländer beispiellosen Beitrag zur Stabilisierung der Konjunktur geleistet. Gemeinsam mit den Mitteln aus den beiden Konjunkturpaketen des Bundes fließen in den kommenden beiden Jahren über 2,6 Milliarden Euro in die hessische Infrastruktur. Besonders die Schulen und Hochschulen, aber auch die Verkehrsinfrastruktur, werden davon profitieren. Damit werden die Voraussetzungen für kräftiges Wirtschaftswachstum nach dem Ende der Rezession gelegt.
Bremsspuren
In der anschließenden Podiumsdiskussion, die wie der gesamte Abend von Peter Müller von der Grün von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung moderiert wurde, kamen neben den beiden Referenten mit Constantin Schmitt und Prof. Dr. Hans-Helmut Becker auch ein Zulieferbetrieb und der Werkleiter von VW in Baunatal zu Wort. Deutliche Bremsspuren hinterlasse die Wirtschaftskrise auch bei den Kfz-Zulieferern. Schmitt sprach von der schwierigen Situation, vor der viele mittelständischen Unternehmen stehen. Viel werde zur Zeit über Kurzarbeit aufgefangen, aber das sei keine Dauerlösung. Je länger die Krise anhalte, desto mehr werden Anpassungsprozesse nötig, sagte Schmitt. In Europas zweitgrößtem Produktionsstandort für Automobilkomponenten, dem VW Werk in Baunatal, will man von Krise nicht sprechen. Ein Rückgang der Produktionszahlen werde es aber auch hier geben, so Prof. Dr. Hans-Helmut Becker. VW könne sich dem Trend zwar nicht ganz entziehen, stehe aber deutlich besser da als mancher Wettbewerber, unterstrich der Werkleiter. Mit Blick auf die alternativen Antriebstechniken waren sich die Diskussionsteilnehmer einig. Ein Elektroauto mit entsprechender Reichweite werde erst in einigen Jahren Serienreife erlangen. Zudem müsse schlüssig erklärt werden, wie und wo der Strom für die Autos produziert werden soll. Auch beim Thema Hybrid herrschte Einigkeit. Eine interessante Übergangslösung, aber keinesfalls eine dauerhafte Lösung für den Individualverkehr.
Die Zukunft der Automobilwirtschaft – Krise als Chance? Auf dem Unternehmertag 2009 in Homberg diskutierten v. l. n r.: Wirtschaftsminister Dieter Posch, Präsident Jürgen Karpinski, Prof. Dr. Hans-Helmut Becker und Vorstandsvorsitzender Constantin Schmitt. Moderiert wurde der Abend von Peter Müller von der Grün (Mitte).
Foto: Eckhard Knauff
Presseinformation 19.08.2009
Unternehmertag im Schwalm-Eder-Kreis
Die Zukunft der Automobilwirtschaft – Krise als Chance?
Schwalm-Eder. Welche Auswirkungen hat die Krise der Automobilwirtschaft auf die Region Nordhessen? Wer ist von den Auswirkungen besonders betroffen? Ist das Schlimmste überstanden oder steht es uns noch bevor? Hilft die Umweltprämie die Probleme zu lösen oder ist sie nur ein Strohfeuer wie manche befürchten? Diese und noch viele weitere Fragen stehen im Blickpunkt des 7. Unternehmertages im Schwalm-Eder-Kreis beim Thema „Die Zukunft der Automobilwirtschaft – Krise als Chance?“ am 1. Oktober 2009, um 19:00 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr), in der Stadthalle in Homberg (Efze).
Es referieren und diskutieren:
Dieter Posch, Hessischer Minister für Wirtschaft,
Verkehr und Landesentwicklung
Jürgen Karpinski, Präsident und Landesinnungsmeister des Landesverbandes Hessen des Kfz-Gewerbes
An der Podiumsdiskussion nehmen außerdem teil:
Prof. Dr. Hans-Helmut Becker, Werkleiter Volkswagen AG, Kassel
Constantin H. Schmitt, Vorstandsvorsitzender Konvekta AG, Schwalmstadt
Es moderiert Claus Peter Müller von der Grün von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).
Veranstaltet wird der Unternehmertag vom Zentrum der Wirtschaft Schwalm-Eder (ZWS), in dem die Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder, das IHK Service Zentrum Schwalm-Eder, der Touristik Service Kurhessisches Bergland, der Einzelhandelsverband Hessen-Nord, der Schwalm-Eder-Kreis und die Vereinigung der Wirtschaft im Schwalm-Eder-Kreis zusammenarbeiten. Schirmherr der Veranstaltung ist Landrat Frank-Martin Neupärtl. Für die Wirtschaft im Kreis begrüßt Kreishandwerksmeister Frank Dittmar die Gäste.
Gefördert wird der Unternehmertag 2009 von den VR-Banken im Schwalm-Eder-Kreis, der BWG Reimer GmbH & Co. KG, der E.ON Mitte AG, der Kreissparkasse Schwalm-Eder sowie der B. Braun Melsungen AG.
Anmeldungen nimmt das Zentrum der Wirtschaft, Parkstraße 6, 34576 Homberg, Tel. 05681 775-477, entgegen. In dem Kostenbeitrag von 20,00 € je Teilnehmer ist ein Imbiss enthalten.
Online Anmeldung
Rückfragen unter:
Herr Wolfgang Scholz
Telefon: (0 56 81 ) 98 81-40
e-Mail: wolfgang.scholz (at) handwerk-schwalm-eder (dot) de







